Alpine SKI-WM GAP 2011 Polizei mit bisherigem Verlauf zufrieden

 

GARMISCH-PARTENKIRCHEN. Der bisherige Verlauf der Ski-Weltmeisterschaft zeigt sich zur „Halbzeit“ der Großveranstaltung auch aus Sicht der Polizei durchwegs als sehr zufriedenstellend.

 

Die umfangreichen Vorplanungen der Sicherheitsbehörden, in enger Zusammenarbeit mit Veranstalter und Sicherheitsdienst, machten sich in der Umsetzung  bisher bezahlt. WM-Besucher und Einheimische trugen durch ihr besonnenes und diszipliniertes Verhalten wesentlich zum friedlichen und geordneten Ablauf  bei.

 

Gerade im Verkehrsbereich war trotz intensiver Vorarbeiten und Verkehrsüberwachung mit Beeinträchtigungen im Ablauf und Unwegsamkeiten bezüglich der Parksituation zu rechnen. Der bisherige Verlauf kann jedoch erfreulicherweise als durchaus entspannt bezeichnet werden. Die Verzögerungszeiten an den Zufahrtsstraßen zu den Wettkampfstätten fielen sogar geringer aus als an manch „normalen“ Ausflugswochenenden. Sehr viele Besucher kamen nicht mit dem eigenen Fahrzeug, sondern nutzen das umfangreiche Angebot der verschiedenen Verkehrsunternehmen und der Deutschen Bahn. So wurden von der Polizei lediglich etwa zwei Dutzend Verwarnungen für Parkverstöße ausgestellt. Nur zwei Fahrzeuge wurden abgeschleppt, da sie behindert in Rettungswegen abgestellt waren. Geduldig und gelassen zeigten sich die Ortsansässigen gegenüber dem erhöhten Parkdruck in Garmisch-Partenkirchen.

 

Trotz hohen Besucherzahlen an den Rennstrecken kam es hier bisher zu keinerlei Sicherheitsstörungen. Bei den Abendveranstaltungen im Kurpark, insbesondere bei den Siegerehrungen, musste mehrfach kurzzeitig der Zugang gesperrt werden, da das Platzangebot auf der sog. Medal Plaza komplett ausgereizt war. Die Fans vor der Absperrung nahmen es gelassen.

Am Samstagabend kokelte ein Stück Dachpappe im Bereich der Tribüne im Kurpark an, nachdem dort eine verirrte Rakete des abendlichen Feuerwerkes  gelandet war. Die alarmierte Feuerwehr hatte die Situation schnell bereinigt.

 

Ein präventiver Einsatzschwerpunkt gilt dem Jugendschutz. Jugendbeamte der Polizei sind zusammen mit Mitarbeitern des Jugendamtes Garmisch-Partenkirchen täglich im Einsatz. Die „gemischten Streifen“, zu Fuß oder mit dem auffälligen Jugendbus der Polizei unterwegs, überwachen Alkohol- und Nikotinkonsum, sowie die zulässigen Ausgehzeiten von Jugendlichen. 12  Personen unter 18 Jahren wurden bisher vorübergehend in Gewahrsam genommen, da sie deutlich unter Alkoholeinfluss standen oder schlichtweg die altersgemäße „Sperrzeit“ überschritten hatten. Kontaktaufnahme und Übergabe an die Eltern waren jeweils die Folge. Zwei Mädchen, für die sich kurzfristig diese Lösung nicht ergab, wurden in ein Kinder- und Jugendheim einquartiert. Erstaunt zeigte sich so mancher Jugendliche, als ihm von den Jugendbeamten die mitgeführten Zigaretten abgenommen wurden.

 

Das bekannt gewordene Straftatenaufkommen in der ersten WM-Woche ist überschaubar. Der „dickste Fisch“ dürfte dabei wohl ein Diebespärchen gewesen sein. Die beiden fielen mit Hoteldiebstählen auf und konnten festgenommen werden. Die Ukrainerin und der Tscheche befinden sich in Untersuchungshaft.

Ein norwegischer Ski-Fan versuchte mit einer nach Wildwestmanier provokant im Hosenbund steckenden Dekorationspistole in eine Cocktailbar zu gelangen. Er scheitere jedoch am Security-Personal. Die echt wirkende aber funktionslose Waffe hatte er zuvor in einem anderen Lokal gestohlen.

Am Samstagabend brannten Unbekannte bei der Siegerehrung inmitten der Menschenmenge auf der Medal Plaza zwei pyrotechnische Gegenstände ab. Auch wenn hier nicht passierte, hatten diese Aktionen durchaus ein hohes Gefahrenpotential. Zudem wurde damit auch gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen.

Trotz regem nächtlichen Party-Treiben in den Gastronomiebetrieben, oftmals begleitet durch starken Alkoholkonsum, verhielt sich das  Publikum durchwegs friedlich. Bei der Polizei wurden keine nennenswerten Auseinandersetzungen bekannt. Zwei übermütige junge Männer wollten ein besonderes Souvenir mit nach Hause nehmen und klauten am Kurpark zwei WM-Fahnen von den Stangen. Jedoch wurden sie erwischt und hatten auf dem Heimweg anstatt der Fahnen eine Strafanzeige im Reisegepäck.

 

„Halbzeit ist Halbzeit und abgerechnet wird am Ende“, trotzdem ist die Polizei durchaus zuversichtlich für eine ähnlich positive zweite Halbzeit.

 

Quelle: Polizei Bayern

 

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