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Texterschließung Ödön von Horvath Jugend ohne Gott

Hier findet ihr eine Ausarbeitung einer Texterschließung zu Ödön von Horvath, Jugend ohne Gott. Behandelt werden die  Kapitel „Die marschierende Venus“ und „Der verschollene Flieger"

 

Jugend ohne Gott

von

Ödön von Horvath

(Kapitel „Die marschierende Venus“ und „Der verschollene Flieger“)

 

 

Texterschließung

 

 

 

Der Autor Ödön von Horvath, geboren 1901 in Island, erhielt eine religiöse Erziehung in

Ungarn und siedelte mehrmals mit seinen Eltern zwischen Deutschland und Ungarn

um.  Sein erstes Werk erschien 1922. Während der NS-Diktatur wurde er als „unerwünschter

Autor“  bezeichnet.

 

In allen seinen Werken beschäftigt er sich mit dem Gefühlsleben und Gedanken von Menschen und Ihrer Stellung innerhalb der Gesellschaft.

 

1936 erschien sein Werk „Der Lenz ist da“, das die Grundlage für seinen Roman „ Jugend

ohne Gott“ bildete.

 

Der Roman ist in der Ich-Form geschrieben und erzählt einen Lebensabschnitt eines Lehrers

(im Folgenden kurz L.) in der N.S.-Zeit.

In dem erzählten Zeitraum zeigt der Autor auf, wie sich die Einstellung des L im Bezug auf

die Jugend, die Frauen, die Wahrheit und dadurch auch zu Gott vom negativen ins positive

ändert.

 

Im Folgenden betrachte ich die Kapitel „Die marschierende Venus“ (im Folgenden kurz

Abschnitt 1) und  „Der verschollene Flieger“ (im Folgenden kurz Abschnitt 2).

Beide Abschnitte spielen während des Aufenthalts des L mit seinen Schülern im Zeltlager

der Hitlerjugend (siehe Kommentar Seite 159).

 

In den Kapiteln davor zeigt der Autor das Verhältnis des L zu seinen Schülern und der

NS-Zeit auf. Die Schüler und ihre Eltern stehen aus Sicht des L hinter dem NS-Regime und

unterstützen es. Er selbst ist dagegen, traut sich aber nicht, dies offen darzustellen.

Das Verhältnis zur Umwelt des L ist daher negativ und feindlich.

In den beiden o.g. Abschnitten wird nun sein Verhältnis zu den Frauen aufgezeigt.

In Abschnitt 1 wird die Begegnung des L mit einer Gruppe Schulmädchen des Bund deutscher Mädchen und Ihrer Lehrerin beschrieben. Die Meinung des L gegenüber Lehrerin

und Mädchen ist von Vorurteilen geprägt, mit denen er unterstellt, dass ihnen die Stellung

der Frau in der NS-Zeit gefällt. Vordergründig ist er offen, insgeheim aber verachtet er

die Gruppe und verspottet sie .

 

In Abschnitt 2 belauscht er  im Wald das Gespräch zweier Mädchen, aus dem er erfährt, dass

durchaus nicht alle Frauen die Situation und die Aufgabe der Frau gutheißen und zufrieden

sind. Selbst die „Lehrerin hätte geweint“(Seite 41).

 

Dadurch wandelt sich seine Einstellung und er fühlt Mitleid und Bedauern und stellt fest,

dass auch er zu feige ist die Situation zu ändern (Seite 41).

 

Die Änderung der Meinung des Lehrers unterstreicht der Autor mit speziellen Stilmitteln.

In Abschnitt 1 verwendet er als Satzendzeichen fast nur Punkte, die zeigen sollen, dass

seine Meinung endgültig und definitiv ist. In Abschnitt 2 verwendet er zuerst überwiegend

Fragezeichen, die seine Unsicherheit darstellen sollen und erst beim Schlusssatz wieder

einen Punkt, der seine geänderte Meinung unterstreicht.

 

Des weiteren bezeichnet er die Frauen in Abschnitt 1 als „Geschöpfe“, „arme Tiere“ und „missleitete Töchter“ und in Abschnitt 2 dann als Mädchen und Frauen.

 

Mit beiden Kapiteln will der Autor aufzeigen, dass die NS-Propaganda dazu geführt hat,

dass keiner mehr ehrlich ist und sich alle verstellen. Vorurteile und Misstrauen stehen im

Vordergrund und können nur gelöst werden, wenn man miteinander redet und dadurch

voneinander erfährt.

 

Sowohl der L als auch die Lehrerin und Teile der Mädchen stehen somit als Beispiel

für die damalige Situation und Einstellung.

 

 

 

 

 

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